Dermatologie

Ein großer Teil aller Hunde und Katzen werden wegen Problemen an Haut und Haaren in tierärztlichen Praxen vorgestellt.
Das Vorliegen einer Hauterkrankung ist meist offensichtlich, da sich aber viele Erkrankungen in ihrem Erscheinungsbild ähneln, kann die Ursachensuche komplex sein. Aber nur eine sichere Diagnose ist die Grundlage einer dauerhaft erfolgreichen Therapie. Die dermatologischen Symptome müssen differenziert beurteilt werden und entsprechende weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden.

Viele Hautpatienten haben schon eine lange Krankengeschichte hinter sich. Gerade in solchen Fällen ist es wichtig, alle Informationen über Krankheitsverlauf, Voruntersuchungen und durchgeführte Behandlungen zu erfahren. Bitte bringen Sie alle Unterlagen mit, wenn möglich mit genauer Angabe der zuletzt gegebenen Medikamente.

Natürlich wollen wir auch Ihre(n) Haustierarzt/-tierärztin mit einbeziehen. Geben Sie uns bitte diese Adresse, damit wir einen schriftlichen Bericht zuschicken können.

Füllen Sie  bitte im Vorhinein unseren Fragebogen für Hautpatienten aus. Dieser hilft uns sehr bei der Behandlung!

Für die erste Hautuntersuchung planen wir ungefähr eine Stunde der Sprechzeit ein. Baden Sie Ihr Tier bitte nicht, bevor Sie zu uns kommen, da dies das klinische Bild verfälscht und die Diagnose erschwert.

Um die Ursache der Hauterkrankungen abzuklären, ist gerade bei den häufig chronischen Erkrankungen, der Verlauf der bisherigen Krankengeschichte wichtig. Um die Aufnahme des Vorberichts zu erleichtern, würden wir uns freuen, wenn Sie den Hautfragebogen ausgefüllt zur Erstvorstellung mitbringen würden.

Neben der Haut selbst gehören auch die Ohr- und Krallenerkrankungen in das Fachgebiet des Tierdermatologen.

Bei der dermatologischen Untersuchung steht eine Reihe von speziellen diagnostischen Methoden zur Verfügung, wie z.B.:
• Hautgeschabsel zum Nachweis von Hautparasiten
• Untersuchung von Haaren
• Mikroskopische Untersuchungen im Abklatsch- oder Tesafilmpräparat (Mikroorganismen, Entzündungs-und Tumorzellen)
• Ohrsekretuntersuchungen
• Wood´sche Lampe
• Mikrobiologische Kulturen (Pilze / Bakterien und bakterielle Resistenzen)
• Hautprobenentnahme (Biopsie) zur pathologischen Gewebeuntersuchung (z.B. Autoimmunerkrankungen, Hauttumoren)
• Allergietests
• Blutuntersuchungen und spezielle Funktionstests zum Nachweis hormoneller Hauterkrankungen

 

Hautgeschabsel

Viele Parasiten können das Wohlbefinden unserer Haustiere stark beeinträchtigen und bedeuten darüber hinaus eine potentielle Infektionsquelle für den Menschen. Es gibt verschiedene Techniken, je nachdem, welche Parasiten gesucht werden.
sarkoptesmilbeDas oberflächliche Geschabsel dient, zum Beispiel um Sarcoptes Milben („Fuchsräude“) oder Cheyletiellen zu finden. Diese beiden beiden Milbenarten leben relativ oberflächlich in der Haut. Bei beiden gilt, dass sie nicht immer zu finden sind, da sie manchmal schon in geringer Anzahl eine Erkrankung hervorrufen.

Im tiefen Geschabsel sucht man nach Demodexmilben („Haarbalgmilben“). Diese sind in der Regel in großer Anzahl vorhanden, wenn sie eine Krankheit auslösen. Sie sind also leichter nachzuweisen.
Untersuchung von Haaren (Trichogramm)

 

 

Das Trichogramm dient ebenfalls der Suche von Demodexmilben, dem Nachweis einer Hautpilzerkrankung (Dermatophytose) oder auch der Diagnostik von Haarwachstumsstörungen sowie Pigmentstörungen der Haare.
Mikroskopische Untersuchungen (Punktion, Abklatsch- oder Tesafilmpräparat)
Sie dienen der Darstellung von Entzündungs- oder Tumorzellen und Mikroorganismen, wie Bakterien oder Pilzen. Die sogenannte „Zytologische Untersuchung“ (Untersuchung von Zellen) ist einer der wichtigsten diagnostischen Maßnahmen in der Dermatologie. Die Untersuchung wird
während der Konsultation durchgeführt und die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Minuten vor. Mit ihrer Hilfe können bakterielle und hefepilzbedingte Hautentzündungen (Pyodermie, Malassezien-Dermatitis) sicher diagnostiziert werden und der Therapieerfolg kontrolliert werden. Genauso können Ohrabstriche auf Bakterien und Hefepilze untersucht werden. Weiterhin kann die Ursache von Hautknoten, die sowohl tumoröser als auch entzündlicher Natur sein können, abgeklärt werden.

Wood´sche Lampe

Die Wood´sche Lampe ist ein Schwarzlicht mit einer bestimmten Wellenlänge. Dieses Licht kann Stoffwechselprodukte des häufigsten Haarpilzes von Hund und Katze (Microsporum canis) nachweisen. Befallene Haare zeigen eine typische apfelgrüne Fluoreszenz

Gewebeproben (Hautbiopsien)
Einige Hauterkrankungen sind nur mittels einer Gewebeuntersuchung zu diagnostizieren. Dazu zählen viele Tumoren, sowie die meisten Autoimmunerkrankungen. Das Gewebestück, welches – meist unter örtlicher Betäubung entnommen werden kann – wird zu einem auf Haut spezialisierten Pathologen geschickt.

Allergietest
UnknownAllergien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Allergische Reaktionen können unter anderem durch Aufnahme von Aero-Allergenen, wie Pollen, Hausstaub und Hausstaubmilben hervorgerufen werden. Aber auch Futterunverträglichkeitsreaktionen treten immer häufiger auf und stellen für die befallenen Tiere eine quälende Belastung dar. Der Weg, die auslösende Ursache zu finden, ist oft langwierig und mühsam. Zuerst müssen alle Hauterkrankungen, die Allergien zum verwechseln ähnlich sehen, abgeklärt werden. Als nächster Schritt werden in den meisten Fällen eine Futtermittelallergie (mittels einer Ausschlussdiät) und gegebenenfalls eine Flohspeichelallergie abgeklärt. Nach Ausschluss all dieser Krankheiten, kann die Diagnose einer Umgebungsallergie (atopische Dermatitis) gestellt werden. In diesem Fall ist es unmöglich, das verantwortliche Allergen zu vermeiden. Daher ist eine „Desensibilisierung“ (allergenspezifische Immuntherapie) die einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Um diese Therapie durchführen zu können, müssen die Allergene bekannt sein. Welches Allergen genau bei einem Hund oder einer Katze die Erkrankung auslöst, kann mit einem Haut-Allergietest (Intradermaltest) schnell gezeigt werden.
Hormonelle Hauterkrankungen

Zu den häufigsten Hormonstörungen, die einen Einfluss auf die Haut haben, gehören die Schilddrüsenunterfunktion und die Überproduktion von körpereigenem Kortison (Hyperadrenokortizismus oder Morbus Cushing). Die Diagnose lässt sich durch Blutuntersuchungen allein oft nicht stellen. Dann sind sogenannte Funktionstests nötig, bei denen die Reaktion des Körpers auf Gabe eines stimulierenden oder unterdrückenden Hormons überprüft wird.